Über Gewaltfreiheit in kriegerischen Zeiten
Impulsvortrag und Diskussion im Kreisbildungswerk Freising
(Eine Veranstaltung auf dem Weg zur Langen Nacht der Demokratie, Kooperation mit der Treffpunkt Ehrenamt und der Domberg Akademie)
Wann: Dienstag, 12.05.2026, ab 19.30 Uhr
Wo: Kleiner Asam-Saal Freising, Marienplatz 7, 85354 Freising
Eintritt: frei
Videoclip zur Veranstaltung
Antworten auf Fragen von Claudia Bauer
Wie könnte heute ein akzeptabler Pazifismus aussehen? Eine der pazifistischen Leitideen ist pessimistisch; sie empfiehlt, stets die Gefahr unkontrollierbarer Eskalationen kriegerischer Handlungen (bis hin zur atomaren Apokalypse) im Blick zu behalten. Eine andere pazifistische Leitidee ist ein Optimismus hinsichtlich der menschlichen Natur: Suche stets nach friedlichen Auswegen aus Gewaltkrisen und halte dabei besonders ausdauernd an der Hypothese fest, dass kein Mensch in sich böse ist und nur mit vorgehaltener Pistole zur Raison gebracht werden kann; jeder Mensch ist demzufolge im Prinzip für den gewaltfreien Appell an die gemeinsame Mitmenschlichkeit offen. Wenn diese Idee funktionieren soll, muss sie sich auf konkrete Situationen anwenden lassen. Es wäre überzogen zu glauben, dass gewaltfreier Widerstand die Benutzer von Fernwirkungswaffen (an Raketenrampen oder bei der Steuerung von Drohnen) beeindrucken würde. Anders steht es vielleicht im Fall einer Invasion, wo sich Soldaten und Widerständler unmittelbar gegenüberstehen. Welche Beispiele aus Geschichte und Gegenwart gibt es, an denen sich die optimistische Sicht der Pazifisten starkmachen lässt?