Termine & Ereignisse

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Ultraviolett

Zur Entdeckung der UV-Strahlung in Jena

Vortrag mit Experimentalaufführung bei dem wissenschaftsgeschichtlichen Symposion

Strahlung des Jahres 2026
Die Entdeckung und Anwendung der UV-Strahlung

Mit: Prof. Dr. Holger Cartarius (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Prof. Dr. Timo Mappes, Prof. Dr. Tom Wagner (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Prof. Dr. Olaf L. Müller (HU Berlin); (Moderation: Dr. Helmut Hühn)

Wann: Sonnabend, 21. Februar 2026, 13.50 bis 15.20 Uhr

Wo: Rosensäle der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Fürstengraben 27, 07743 Jena

Eintritt: frei, Details zum Symposion hier.

Aus der Ankündigung:

Am 22. Februar 1801 entdeckte der romantische Experimentalphysiker Johann Wilhelm Ritter (1776-1810) in Jena die UV-Strahlung. Die ultraviolette Strahlung ist ein Teil des elektromagnetischen Spektrums und befindet sich im Wellenlängenbereich zwischen der Röntgenstrahlung und der sichtbaren optischen Strahlung (Licht). Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) hatte kurz zuvor mit hochempfindlichen Thermometern die Infrarotstrahlung ermittelt, die direkt an das sichtbare Licht anschließt. Nachdem Ritter mit Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) über dessen Farbentheorie und über die darin postulierte „Polarität“ bzw. Symmetrie der Lichtspektren diskutiert hatte, forderte er aus Symmetriegründen die Existenz einer weiteren Form der Strahlung am anderen Ende des sichtbaren Spektrums. So war der junge Physiker aufgrund des Einflusses von Goethe motiviert, nach dieser Strahlung zu suchen. Er spaltete die Sonnenstrahlung mit einem Glasprisma auf und belichtete damit Silberchlorid, das darauf eine photochemische Reaktion zeigte und sich schwarz färbte. Das Silberchlorid verfärbte sich jenseits des violetten Spektralbereichs des sichtbaren Lichts besonders stark. Es musste also in diesem Bereich eine Strahlung geben, die für das menschliche Auge nicht sichtbar ist.

Am Samstag, dem 21. Februar 2026, also am Vorabend der Entdeckung vor 225 Jahren, veranstaltet das Jenaer Zentrum für Romantikforschung gemeinsam mit dem Deutschen Optischen Museum, dem Fachverband für Strahlenschutz und dem Romantikerhaus Jena ein wissenschaftsgeschichtliches Symposion. Thematisiert werden in den Vorträgen nicht nur Heuristiken romantischer Experimentalphysik. Vermittelt wird auch das gegenwärtige Wissen über Nutzen sowie Gefahren der Strahlung, die im Rahmen der Tagung vom Fachverband für Strahlenschutz als „Strahlung des Jahres 2026“ ausgerufen wird.

In den Blick rücken weitere ‚Meilensteine‘, die in Jena erreicht wurden: die erste Anwendung der UV-Mikroskopie mit der Entdeckung der Fluoreszenz in der Mikroskopie (1904) und die Entwicklung der technischen Lösung der Lithografie im extremen Ultraviolett (EUV-Lithografie), die im Jahr 2020 mit dem Deutschen Zukunftspreis bedacht worden ist. Ein kultur-, wissenschafts- und technologiegeschichtlicher Stadtspaziergang beschließt am Sonntag, den 22. Februar 2026, die interdisziplinäre Zusammenkunft.