Termine & Ereignisse

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Ästhetik als Richtschnur physikalischer Forschung

Vortrag im Bielefelder WissenschaftsForschungsKolloquium (I²SoS)

Wann: 28.1.2020, 16:15 bis 18 Uhr
Wo: Raum X-E0-226, Universität Bielefeld

Zusammenfassung: Wenn einem wissenschaftlichen Gedanken Schönheit zukommt, steigt seine Glaubwürdigkeit: Zu diesem Satz haben sich führende Physiker seit Kopernikus und Kepler bekannt, ohne rot zu werden. Umgekehrt ist manch ein wissenschaftlicher Gedanke zu hässlich, um wahr zu sein, und muss daher sterben. Doch warum dürfen sich Physiker an ihrem Sinn für Ästhetik orientieren? Ist Schönheit nicht viel zu subjektiv, um in das allerobjektivste Unterfangen einzufließen, das wir kennen? Ich werde dieses Rätsel aufwerfen, ohne es lösen zu können. Um es zu verdeutlichen, möchte ich pluralistischerweise verschiedene Kriterien dafür beleuchten, worauf Schönheit beim Experimentieren und Theoretisieren hinausläuft: z.B. Symmetrie, Überraschungskraft, Einheit in der Vielfalt. Obgleich diese Kriterien nicht identisch mit denen sind, die wir in den Künsten anwenden, sind sie mit ihnen verwandt genug – die Rede von Schönheit bedeutet in allen diesen Bereichen dasselbe. Könnte es nicht sein, dass unser Sinn für Ästhetik objektiver ist, als man gemeinhin denkt? Diese Frage werde ich mithilfe einer kleinen reductio ad absurdum positiv zu beantworten versuchen.